Shopsystem

ShopsystemWer erfolgreich einen Onlinehandel betreiben will, benötigt ein Shopsystem, welches seinen Bedürfnissen gerecht wird.

Auf der Suche nach der optimalen Lösung stößt man schnell an seine Grenzen. Wer kann was? Mit welchen anderen Systemen ist das Shopsystem kompatibel beispielsweise im Bereich des Zahlungsverkehrs? Welche Kosten verursacht das Shopsystem? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein? Welche Funktionen brauche ich überhaupt?  Usw.

Stunden kann man damit verbringen zu recherchieren, sich informieren, Checklisten prüfen usw. Und dennoch bleibt am Ende stets ein Restzweifel bestehen, ob man sich ausreichend informiert hat und ob man die richtige Entscheidung getroffen hat.

Was braucht wer?

Im ersten Schritt bei der Suche nach einem optimalen Shopsystem sollte man prüfen, was genau benötigt wird. Was ist das Ziel?

Will man großen Online-Kaufhäusern Konkurrenz machen oder benötigt man nur eine Möglichkeit um kleine Mengen bequem zu veräußern?

Letztendlich lassen sich Benutzer in 5 Klassen unterteilen: Einsteigerklasse, Amateurklasse, Profiklasse, Enterpriseklasse und die Pure Play Klasse.

Einsteigerklasse: Diese ist für Nutzer geeignet, die so gut wie keine Anforderungen an das System stellen hinsichtlich Schnittstellen usw. Im Grunde sind diese Nutzer lediglich auf der Suche nach einer Möglichkeit einfach nur ihre Produkte zu verkaufen und dafür nur ein äußerst geringes Budget zur Verfügung stellen. Allerdings gestaltet sich die Verwaltung bei fast allen fortgeschrittenen E-Commerce Projekten mit diesen Systemen als schwierig. Das fängt schon bei der Verwaltung von Gutscheinen an.

Amateurklasse: Die Amateurklasse gibt es im Grunde nicht. Diese Klasse beinhaltet all diejenigen Kunden, die eine Profilösung für ein äußerst geringes Budget haben wollen. Gute Lösungen kosten Geld.

Profiklasse: Die Profiklasse könnte auch als Mittelklasse bezeichnet werden. Die Nutzer haben bereits ehr hohe Anforderungen an Performance, Funktionsvielfalt und Schnittstellen. Die Shopsysteme dieser Kasse decken für gewöhnlich die meisten Anforderungen problemlos ab und können teilweise bereits im unteren Bereich der Enterpriseklasse angesiedelt werden. Die Profiklasse macht in Deutschland, neben den größten Anbietern wie Amazon und eBay, den meisten Umsatz.

Enterpriseklasse: Die Enterpriseklasse ist sozusagen die Luxusklasse. Die Benutzer sind zumeist sehr große Unternehmen und Hersteller, bei denen es im Grunde auf eine Million Euro mehr oder weniger im Monat nicht ankommt. Die Shopsysteme sind sehr teuer und trotz der neuesten eingesetzten Technologie muss es mit der Performance nicht unbedingt weit her sein.

Pure Play Klasse: Sobald die Shopsysteme aus den anderen Klassen nicht mehr ausreichen, ist der Benutzer wohl oder übel gezwungen eigene Entwicklungen voranzutreiben und zu nutzen. Hier muss man sich aber im Klaren sein, dass auch diese Eigenkreationen ein Verfallsdatum haben und irgendwann die Entwicklung von vorne startet. Updates zögern diesen Zeitpunkt hinaus, können ihn aber nicht gänzlich unterbinden. Ob nun eine Eigenkreation die bessere Lösung darstellt als ein vorhandenes und anpassungsfähiges Shopsystem sei nun dahingestellt. Für die meisten dürfte die Profilösung am Profitabelsten sein. Des Weiteren existiert momentan ein Mangel an Fachleuten, die solche Eigenentwicklungen realisieren können.

Fehleinschätzungen

Der am häufigsten vorkommende Fehler ist die Fehleinschätzung.

Eine eigene Einschätzung wie beispielsweise „Wir haben so und so viele Millionen Umsatz im Jahr wir benötigen unbedingt die Enterprise Lösung“ ist vor allem eins: teuer! Welche Shopsystem-Lösung die beste ist hängt nicht von der Unternehmensgröße, sondern von den E-Commerce-Zielen.

Unrealistisch sind auch Aussagen wie: „Wir benötigen einen Magenta Shop für 15.000 Euro und machen damit einen Jahresumsatz von 6 Mio. Euro.“

Und Bemerkungen wie: „Wir brauchen lediglich eine Standardlösung, die wir an unsere Warenwirtschaft koppeln können“ sind einfach nur typisch für die Amateurklasse.

Kriterien für die Auswahl eines Shopsystems

welches ShopsystemZuallererst: Es existiert kein Shopsystem, welches für jede Bedürfnisse perfekt ist!

Um sich für ein Shopsystem zu entscheiden gibt es zwei grundlegenden Möglichkeiten. Entweder man macht sich auf die Suche nach einer Agentur, die ein Shopsystem für die gesetzten Bedürfnisse anbietet bzw. anpassen kann oder man entscheidet sich erst für ein Shopsystem und sucht anschließend, bei Bedarf eine passende Agentur.

Wer sich nun erst auf die Suche nach einem Shopsystem begibt, sollte sich verschiedene Kriterien zurecht legen.

Zu den grundlegenden Auswahlkriterien zählen:

  • Das Shopsystem sollte auf dem Zielmarkt bereits gut etabliert sein. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass eine große Anzahl von Standardsystemen existiert, die Erleichterung beim Anschluss der Warenwirtschaft, CRM usw. verschaffen.
  • Für das angepeilte Shopsystem sollten zahlreiche Agenturen zur Verfügung stehen. So kann man, falls nötig, problemlos die betreuende Agentur wechseln bzw. sich für die beste entscheiden.
  • Der Hersteller sollte über die zentrale Steuerung der Shopentwicklung herrschen und die Plattform aktiv und stetig weiterentwickeln. Nur so kann die Leistungsfähigkeit des Systems gewährleistet werden.

Es gibt verschiedene Wege herauszufinden, welches Shopsystem am meisten verbreitet ist. Verschiedene Tools wie beispielsweise Google Trends geben die gewünschten Informationen. Wichtig wäre es auch einen Blick auf die vergangene Entwicklung zu werfen. Daran kann man u.a. erkennen, ob es sich um ein aufstrebendes oder absinkendes Shopsystem handelt.

Wenn man sich für eine Agentur entscheidet ist es empfehlenswert sich für keine große zu entscheiden. Diese gelten schon automatisch als sehr teuer.

Auch die geografische Entfernung spielt eine Rolle. Entweder sollte sich die Agentur in der Nähe befinden oder verkehrstechnisch gut erreichbar sein. Denn Kunde und Agentur arbeiten Hand in Hand an dem E-Commerce Projekt. So müssen Probleme auch mal gemeinsam gelöst werden.

Kosten

Kosten ShopsystemEs existiert eine grobe Faustformel zur Ermittlung der Kosten eines Shopsystem-Projekts.

Gesamtkosten = Projektbausteine x entscheidende Fachbereiche x Agenturen x Basisbudget

In der Praxis würde dieses beispielsweise bedeuten: Ein Unternehmen mit 1,5 Mio. € E-Commerce Umsatz möchte das Shopsystem mit Hilfe einer Agentur neu aufsetzen. Dabei sollen Warenwirtschaft und Shop Hand in Hand gehen und die Fachbereiche Logistik und Vertreib in leitender Position involviert werden.

Das Basisbudget wurde mit 20.000 € Grundbudget plus 10.000 € je Mio. Umsatz festgelegt. So würde die Rechnung wie folgt lauten:

Gesamtkosten = (Shop + WaWi) x (Logistik + Vertrieb) x (eine Agentur) x (20.000 € + 2x 10.000 €)

Es bleibt festzuhalten, dass es sich bei dieser Faustformel um eine grobe Richtungsweisung handelt. Sie kann nicht als endgültige Herangehensweise verwendet werden.

Sind die endgültigen Kosten für das Shopsystem, die Agentur und den Kostenrahmen gesteckt, kann die eigentliche Arbeit beginnen – der Aufbau des Shopsystems.